Blue in Green

 

Erschienen bei Pirouet records

 

 

The ticket 2007 / Irland

 

Ray Comiskey

 

THOMAS RÜCKERT

Blue In Green Pirouet *****

 

Pianist Thomas Rückert's second CD for Pirouet unites him with bassist Matthias Pichler and drummer Jochen Rückert for a marvellous example of trio playing. While the piano is the principal voice - and six originals are by the pianist - it's not at the expense of the trio's discourse, even while the piano shapes the moods and colours of that dialogue. Thus they can handle the intricacies of the pianist's fascinating recasting of the basics of Nardis into a delightful original, Sidran, yet keep the focus clear, logical and lyrical. But they can also take the simplest of motifs, as in Rückert's gorgeous Perpetuum, and build an absorbing performance with equal authority. Old Devil Moon, I Should Care and the title track show the alchemy the leader can bring to bear on more familiar material. Lovely. www.pirouetrecords.com

The ticket 2007

 

 

 

 

 

Music Boom/Italy 2007

 

 

Blue In Green Pirouet Records 2006 (Germania) [jazz strumentale)

 

La Piroaet Records ha adesso un proprio studio a Monaco di Baviera e la nuova produzione con il trio del pianista Thomas Ruckert è

 

stata colta nella sua ricchezza di colori ed atmosfere in modo preciso dal tecnico del suono Jason Seizer, altrove conosciuto anche come sensibile sassofonista. Insieme a tre standards, fra cui quello del titolo reso famoso da Miles Davis e Bill Evans, ci sono le composizioni del pianista tedesco, bravo ad andare in profondità nella ricerca di armonie e interazioni nuove insieme ai suoi due sidemen, il giovane e talentoso contrabbassista Matthias Pichler ed il fratello batterista Jochen Ruckert, che attualmente è residente a New York.

 

Il brano di apertura e 'Old Devil Moon', che molti riconosceranno subito vista I inaspettatata notorietà che lamie Cullum gli ha apportato anche tra il grosso pubblico, ma qui presentato in versione più complessa, con un ritmo di 7/4 a rendere il tutto più vivace. Poi però i tre si immergono in atmosfere più vellutate, quasi misteriose, con 'Sidran', che è I anagramma del famoso 'Nardis' di Miles, e la meravigliosa ballad "Perpetuum", piena di sfumature e di colori soffusi. E si continua fino a "Blue In Green', ridata in una versione in cui le armonie galleggiano indefinite dando un insolita bellezza all insieme.

 

Il trio di Thomas Ruckert si distanzia abbastanza da quelli che sono i modelli attuali riguardo questa formazione: la loro originalità, la ricchezza di conenuti e la capacità di trasformare gli standards loro affidatigli con profondità di espressione armonica sono delle qualità che li pongono sotto i riflettori dei colleghi, non solo in Europa.

Trio pianistico con una ricca profusione di colori Questo disco è stato votato da O lettori

 

 

 

 

Fono Forum April 2007

 

Blaugrün

 

Nicht, wie so manches aktuelle Klaviertrio, an der Songqualität von Rock und Pop, sondern am Spiel mit Klangfarben und Harmonien in der Traditionslinie des Bill Evans Trio orientiert sich der Kölner Pianist Thomas Rückert in seinem Dreier, u. a. mit Bruder Jochen. Ähnlich wie das Titelstück "Blue in Green" ist ein weiterer Jazz-Klassiker in besonderer Weise sowohl mit Evans wie mit Miles Dayis verbunden, nämlich "Nardis", und mit "Sidran", einem seiner bemerkenswerten Originals, spielt Rückert darauf an. Die musikalischen Referenzen sind subtiler, aber, stets präsent. Unter Rückerts Händen differenziert sich das Farbspiel weiter aus, und nicht zuletzt das intime Zusammenspiel mit seinem Bruder und dem Tiroler Bassisten Matthias Pichler trägt dazu bei. kim

 

Musik *****
Klang *****

 

 

 

 

Jazzthing Februar/März 2007

 

 

Die Rückert-Brüder Thomas und Jochen sind eine Art gut gehütetes Geheimnis der Jazz-Szene. Während sie als bewährte Sidemen in unzähligen Formationen zu hören waren und sind, treten sie als Leader relativ selten in Erscheinung, und vielleicht kommt ihren Namen deshalb noch nicht der Klang zu, der ihnen eigentlich gebührt. Zusammen mit dem jungen Bassisten Matthias Pichler, bekannt aus der Band von Wolfgang Muthspiel, beleuchten sie hier die Kunst des PianoTrios. Dafür hat Pianist Thomas eine Hand voll eigener Kompositionen mit drei sorgfältig ausgesuchten Standards kombiniert - darunter natürlich der berühmte Titel-Track, für den Miles Davis und Bill Evans die Autorenschaft beansprucht haben. Miles Davis spielt auch in der Rückert-Nummer „Sidran", einer Art Umkehrung von Davis' 'Nardis', eine Rolle, auf der Jochen Rückert am Schlagzeug mit gut versteckter rhythmischer Vertracktheit das Understatement pflegt. Die Erkundung feinster Farbschattierungen sind die Spezialität dieses Trios und es bleibt zu wünschen, dass dies diesmal auch ein größeres Publikum zur Kenntnis nimmt rt

 

 

 

 

Jazzpodium April 2007

 

 

 

Blue In Green" ist der Titel von Thomas Rückerts neuer CD. Gemeint sind Farben und unterschiedliche Stimmungen, die ineinander spielen, die sich übereinander blenden. Sie ergeben neue Farben, Klangfarben, die der Kölner Pianist mit seinem Trio erzeugt. Dies geschieht mit den Klassikern Blue in green" oder mit Nardis", dem umgekehrten Miles–DavisTitel, die weitergedacht werden und in schwebenden, zarten Harmonien ausklingen. Ansonsten dominieren Eigenkompositionen, die oftmals minimalistisch ausgekostet werden. Die feine Ballade Perpetuum" etwa baut auf nur vier Melodie‑ und drei Basstönen auf, die immer wieder neu variiert werden. Weit ist das Spektrum dieses famosen Trios. Unterstützt von Bruder Jochen am Schlagzeug, der vom federnden, sensiblen Swing bis zur treibenden Dynamik alles beherrscht, und von Matthias Pichler am Bass, ringt ihm Thomas Rückert immer wieder neue, farbige Facetten ab.

 

Reiner Kobe

 

                  

 

 

Jazzthetik April 2007

 

 

****

 

Der Pianist Thomas Rückert ist kein neues Gesicht bei der Plattenfirma Pirouet Schon seine letzte Trio-CD Dust of Doubt erschien bei dem Münchener Label. Auch für Blue in Green hat er sich seinen Bruder Jochen ans Drumset geholt Am Bass ist diesmal Matthias Pichler, der erst 24-jährig nor zwei Jahren den Hans-Koller-Preis in Empfang nehmen durfte. Neun Stücke, darunter sechs Eigenkompositionen, stellt der Kölner Pianist vor. Oder besser: lKlangfarben - darum geht es nicht nur im Titelstück non Miles Davis/Bill Evans, sondern auch in der Spielweise des Trios generell. Es wird skizziert, schattiert, schraffiert, es werden Farbflächen gezeichnet, die in andere Flächen überlaufen, wobei wieder neue Farbtöne entstehen. Der Bass tupft seine Noten mal in die Grundierung, mal in die flirrenden Klangfarben des Interplays der beiden Rückert-Brüder. Das Sparsame des Notenmaterials kommt dieser Art Spiel entgegen, eröffnet große Möglichkeiten. Mal besteht ein Motiv nur aus vier Noten oder drei gehauchten Bassnoten. Vor allem schafft es dasTrio, Noten mit Pausen aufzuwiegen. Wo geschwätziges Notenperlen zu hören sein könnte, werden die Statements durch Space betont Das Triokonzept von Thomas Rückert- auch Dank seiner fabelhaftes Mitstreiter - ist weitergereift.

 

Angela Ballhorn

 

 

 

 

 

 

Dust of doubt

 

Erschienen bei Pirouet records

 

 

 

 

Music Boom / Italy 2005

 

 

Polvere di dubbio di Cosimo Parisi

 

Bello questo trio del pianista tedesco Thomas RUckert, insieme a Matt Penman al contrabbasso e Jochen Rúckert alla batteria, e bello il titolo, che induce alla riflessione sul ruolo di questo tipo di formazione nel jazz contemporaneo.

 

I gruppi famosi come quelli di Keith )arrett e Brad Meldau spopolano ai festival e sono di conseguenza conosciuti dai più, ma dietro le quinte la creatività delle giovani leve fornisce prove valide che si interrogano su determinati meccanismi inerenti alla dinamica del trio, sugli standards, sui modelli che vanno per la maggiore.

 

Il trio di Rúckert fa una musica di tipo europeo senza essere sdolcinata, con un ottimo uso della mano sinistra ed un ritmo abbastanza preciso. Le sue idee musicali a volte si sviluppano in modo liquido, con un romanticismo greve a permeare le sue atmosfere, ma anche con precise linee di basso della mano sinistra e l 'interplay con i due ritmi intorno ad un centro di gravità armonico. Le sue composizioni sono molto varie, ma pure "I Let a Song Out of my Heart" di Duke Ellington e "Milestones" di Miles Davis trovano spazio in scaletta, trattate - ed è ovvio - con originalità.

 

La musica di Rúckert merita un ripetuto ascolto, specie chi ha imparato ad apprezzare le recenti opere in trio di Franco D'Andrea

 

ne rimarrà entusiasto. Il pianista meranese è un caposcuola del jazz europeo e opere come queste sottolineano l'influenza da lui avuta su alcuni dei pianisti più giovani del vecchio continente.

 

Il brano finale è quello che dà il titolo all'album. A Rúckert restano dei dubbi, frantumati in polvere, ma agli ascoltatori la certezza

 

della bravura ed ispirazione di un artista abbastanza completo sia dal punto di vista esecutivo che compositivo

 

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Jazzzeitung

 

 

* ** * *

 

Das Trio aus den Brüdern Thomas, p, und Jochen Rückert, dr, sowie Matt Penman, b, bietet vor allem Eigenkompositionen des Leaders. Der setzt sich beweglich und intelligent mit Klassikern des Jazz auseinander, "On A Clear Day" oder "I Let A Song Go Out Of My Heart", jedoch auch mit Klassikern der Moderne wie Arnold Schönberg, Bela Bartók oder Arvo Pärt. Die skeptische Nachdenklichkeit in "Dust of Doubt" begegnet dem ,,Bonsai Killer' einem Stück, das Rückert seinen gescheiterten Versuchen als Züchter der japanischen Bäumchen widmet: "Ich hab sehr viel Arbeit darauf verwendet, dass es auf eine besondere Weise schräg klingt." In unangestrengtem dichtem Spielfluss grüßen Thelonious Monks Eigensinn und Arnold Schönbergs Zwölftonreihen. Letztere verfremden dann auch "The Masquerade is Over "zu einer "Strange Masquerade", deren musikalische Freimütigkeit jede Angst vor der Dodekaphonie und ihren chromatischen Skalen vergessen lässt.

 

 

Dr. Tobias Böcker - Jazzzeitung Februar 2005

 

 

 

 

 

 

 

Jazzthing

 

 

Buddeln und gucken

 

 

Auf den Knien gurrt Sohnemann Luis, gerade einmal vier Monate alt, zufrieden vor sich hin. "Luis - ohne 0!" Thomas Rückert muss das einfach hinzufügen, um nicht in den Verdacht zu geraten, er hätte womöglich einem großen Jazzidol ein Namensbäumchen gepflanzt. Nicht Louis, Sonny oder Oscar, wie dies wahrscheinlich ein geschichtsbewusster Wynton Marsalis längst geflissentlich vorexerziert hätte. "Obwohl ich den Peterson wirklich gerne höre, der macht tolle Sachen. Aber das ist nicht der Weg, den das Jazzklavier gehen sollte."

 

 

Welchen Weg dann? Während Luis ohne o jetzt mit einem Mal ganz andächtig schweigt, erzählt dessen Papa von Marc Copland, dem amerikanischen Pianisten, der mit seinem Bruder, dem Schlagzeuger Jochen Rückert, zusammenarbeitet. "Den hab' ich vor kurzem mal gesehen, und plötzlich ist mir ein Licht aufgegangen, wie viele Klavierspieler sich doch in den Vordergrund drängeln, während solch einer, der ständig neue Farben anrührt und sich wirklich traut, etwas anderes zu machen, immer noch auf seinen Durchbruch wartet." Der 34jährige Kölner spürt eine Art Seelenverwandtschaft: ebenso Pianist, ebenso nachdenklich und ebenso abseits des Mainstreams. Das mit dem Durchbruch könnte aber noch klappen, weil Rückert seine Debüt-CD "Dust Of Doubt" (mit Bruder Jochen und dem Bassisten Matt Penman) bei dem ambitionierten Münchner Label Pirouet (H'Art Musikvertrieb) herausgebracht hat. "Ein Glücksfall", urteilt Thomas. "Die verhalten sich in diesen kruden Zeiten sehr fair." Denn Plattenfirmen, das weiß Thomas Rückert, mögen normalerweise nicht, wie ein Thomas Rückert spielt: durchdacht, voller harmonisch komplexer Gebäude, gegen den Strich gebürstet und gar nicht krude. "Ich versuche Material zu finden, das lebt!"

 

 

Zum Beispiel Arnold Schönberg und seine Zwölftonmusik, den er in die Welt des Jazz hievt, obwohl der sich zu Lebzeiten stets dagegen wehrte. ',Bonsai Killer" und "Strange Masquerade" hat Rückert nach Schönbergs striktem Zählschema strukturiert, es dann aber bei zwölf aufgegeben. "Das wirkte irgendwie hölzern, akademisch. Also spiele ich freier darüber. Was bleibt, ist diese Schönberg-Farbe." Ja, das Frei-Spielen. Darüber hat er auch nachgedacht. "Das war so eine Sache in den 70er- und 80er-Jahren. Jetzt aber muss sich das Jazzklavier wieder verstarkt mit Struktur beschäftigen." Eine Art Gegenwelle, wie Thomas Rückert findet. Und eine Verantwortung, in der er sich sieht. "Man muss weiter buddeln und gucken, wo was verborgen liegt. Ich sage nicht: Scheiß drauf, und spiel einfach drauf los!"

 

 

In dem Moment gurrt Luis ohne o wieder ganz zufrieden. Hat Papa gut erklärt, warum er eben anders ist als alle anderen Klavier spielenden Papas.

 

 

Jazzthing, Februar-März 2005

 

 

 

Jazzpodium

 

 

Eines der großen Probleme der Musikproduktionen der Gegenwart besteht darin, dass sich oft der Eindruck aufdrängt, dass viel zu viele Aufnahmen produziert wurden und dabei junge Talente oft zu früh mit Ihren Erzeugnissen auf den Markt gehen. Thomas Rückert gehört auf keinen Fall zu dieser Gruppe. Nach ohnehin spätem Start, Studium und New YorkAufenthalt lebt er in Köln, wo er bei dem neuen Münchener Label Pirouet nach "Debut" (JHM Records) sein zweites Trio-Album vorlegt. Gleich mit dem ersten Einstieg mit seiner Eigenkomposition, dem temporeichen "Bonsaikiller" erlebt man, dass das Warten sich gelohnt hat. Ganz offensichtlich hat Rückert bei seinem Weg durch den Dschungel der musikalischen Einflüsse sein Profil gefunden. Zunächst besticht er durch eine ganz besondere Leichtigkeit, der sich Poesie, schwergewichtige Bilder und auch rhythmische Akzente unterordnen. Und all das ist reichlich vorhanden. Selten erlebt man einen jungen Pianisten, der auf diese virtuose Weise unaufhörlich Akzente setzt, sei es mit den Standards, die für ihn offensichtlich unverzichtbare Bestandteile seiner Musik sind oder mit eigenen Kompositionen, deren Anteil und Gewicht erhebilch zuge-nommen haben, ihn als ideenreichen Komponisten mit Witz und Geschmack ausweisen. Nicht entgehen lassen darf man sich seinen respektvollen wie geistreichen und bisweilen zerlegenden Umgang mit Miles Davis "Milestones" oder Ellingtons rhythmisch auf den Kopf gestelltes "I let a song out of my heart" oder schließlich eine Nachdichtung von "The masquerade is over" mit dem Abwandlungstitel "Strange Masquerade". Kein Zufall ist es, dass er mit seinem Bruder Jochen am Schlagzeug, ohnehin einer der unbestritten jungen Großen des Fachs, und Matt Penman am Bass ein ideales Trio gefunden hat. Eine perfektere intuitive Kommunikation kann man sich kaum vorsteilen, wobei die beiden Partner sich auch als Meister ihrer Instrumente erweisen. Sollten Titel und Titelsong "Dust Of Doubt" irgendeine Form von Selbstzweifel andeuten, so wären sie bei Thomas Rückert und seinem neuen Werk völlg unangebracht!

 

 

Hans-Jürgen von Osterhausen - Jazzpodium Februar 2005

 

 

 

 

 

 

 

Debut

 

Erschienen bei JHM records

 

 

 

Jazzthing

 

Thomas Rückert Trio Debut (JHM/sunny moon)

 

All or nothing at all - die totale Freiheit oder doch lieber das unbedingte Festhalten an der Tradition? Bei Debut-Alben ist das gewöhnlich die Gretchenfrage. Es gibt aber auch einen gangbaren Weg zwischen den Extremen, es ist nur etwas schwerer, ihn zu finden. Der 31-jährige Pianist Thomas Rückert hat ihn mit „Debut" zielsicher betreten. Man muss nur hören, wie er zusammen mit seinem jüngeren Bruder, dem Sehlagzeugwunderkind Jochen, und dem Bassisten Dietmar Fuhr "All Or Nothing At All" interpretiert. Das Thema: reharmonisiert, aber nicht zerstört. Das Klavier-Solo: verwirrend wie die Choreografie eines Ameisenheeres, aber gestochen scharf und luzide. Die Rhythmusgruppe: dem Groove kleine Stöckchen zwischen die Beine werfend, aber wie Hölle swingend. Nicht nur, dass die Standardbearbeitungen auf „Debut" alle von diesem Wahnsinns-Niveau sind - es gibt zudem noch traumhafte Eigenkompositionen, die mal als explizite Hommage an Arvo Pärt, mal als implizite Verbeugung vor Evans, Jarrett + Co daherkommen. Was für ein Einstand! Joe

 

 

Jazz´n more / Schweiz

Es macht immer wieder Spass, wenn man von echten Entdeckungen reden, vielleicht sogar schwärmen kann. Und wenn das auf dem eigentlich vollbesetzten  Sektor modernen tonalen Jazzpianos passiert, ist die Überraschung umso grösser. Die Rede ist vom 31 jährigen Kölner Pianisten Thomas Rückert auf seiner vorliegenden Debüt CD, hervorragend assistiert von Bassist Dietmar Fuhr und dem in New Yoik lebenden Bruder des Pianisten. Jochen Rückert - bekannter junger Drummer der europäischen Jazzene. z.B. in den Guppen von Nils Wogram oder im Marc Copland-Trio. Zwar gastiert Thomas Ruckert schon seit einiger Zeit in deutschen Clubs, bei Festivals und in Rundfunkstudios, bei uns ist er aber noch ein unbeschriebenes Blatt. Sehr beeindruckend ist, wie individuell und uberzeugend er mit Melodik. Rhythmik und Drive, aber auch mil Fcirmalern umgeht, wie er Lynsches emnseizt. wie er Eigenkompositionen und Slawtasds einen ganz eigenen Stempel auldiücki. auch wenn man ruitürlich unvermeidbare Verb.ndungshnien etwa zu 8111 Evans. Herbic Hancock ode Keith Jarrell aufspüren kann, wenn man wit Bemerkenswert ist zudem sein stets Immanentes. umlassendes Verständnis kit die Tradition im Jan und deren mögliche Erweimwunq', wie Plattenproduzent und Pianokollege Joe I-Iaider unterstreicht

 

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Jazzpodium

 

Das Repertoire des Thomas Rückert Trio ist gewählt, wie man es von einem anspruchsvollen Debüt auch erwartet: Fünf Eigenkompositionen, eingebettet in einen Reigen bekannter Standardmelodien. Dabei könnte der junge Pianist auf diese historische Schützenhilfe locker verzichten. Seine tonsetzerischen Fähigkeiten besitzen genug emotionale Tiefe und handwerkliche Qualität, um ein ganzes Album mit eigenen Titeln erfolgreich zu füllen. Doch gleichzeitig bieten die Coltraneoder Strayhorn-Interpretationen die Möglichkeit, das eigene Geschichtsverständnis in Sachen Jazz vergleichend, ohne jede nostalgische Sentimentalität zu deklamieren. Auch hier wirkt der Pianist in seinem unprätentiösen, federnden Spiel im positiven Sinn originell. Als scherte sich der "Debütant" nicht die Bohne um das für so manchen erdrückende Gewicht großer Namen, fließen seine komplexen, ideenreichen Improvisationen federleicht durch den Ather. Dabei schwingt eine gewaltige Prise klassischer Erfahrung frei durch den Raum, natürlich Evans und Jarrett und jede Menge Monk. Aber das sind zum Glück nur sehr vage Assoziationen. Denn Thomas Rückerts Spiel lebt in aller erster Linie von seiner ganz individuellen Handschrift, die einen fast lässigen Charme besitzt und gleichwohl vor innerer Intensität zu bersten scheint. Obwohl ein Erstling, ist sein "Debut" keine pianistische Nabelschau, sondern in Zusammenarbeit mit Bassist Dietmar Fuhr und Bruder Jochen Rückert am Schlagzeug, ein faszinierendes Stück Jazz, gespielt wie aus einem Guss.

 

 

Jörg Konrad

 

 

 

 

Swissdisc.ch

 

Der Pianist Thomas Rückert (31), bislang der Jazz interessierten Gemeinde völlig unbekannt, zeigt sich mit diesem, seinem allerersten Album als äusserst wertvolle Bereicherung der Szene Ganz abgesehen von allen notwendigen, bei einem erstklassigen Jazzpianisten vorauszusetzenden Eigenschaften, wie die absolute Beherrschung des Instruments, umfassendes Verständnis für die Tradition im Jazz und deren mögliche Erweiterung, sicheres Zeit‑ und Rhythmusgefühl sowie Sinn für Melodik, beweist Rückert weit gespanntes musikalisches Interesse Er verfugt über die Gabe, seine musikalischen Ideen sowohl instrumental aber als auch kompositorisch mit grosser Intensität und ausgeprägtem Formgefühl dem Hörer nahe zu bringen. Seine innere Energie ist Antrieb für eine überzeugende bewundernswert flüssige Technik. Rückert befindet sich auf guten Wegen zum Ausnahmesolisten, melodisch unkonventionell, bei Bedarf ausgesprochen lyrisch ‑ aber durchwegs intensiv swingend. Patenschaften von Hancock, Evans und Jarrett blitzen hier und da auf, funktionieren aber eher als musikalische Leitplanken für die Stilistik des Pianisten, der dabei ist, sein eigenständiges musikalisches Konzept zu erarbeiten.

 

Seine Triopartner, insbesondere sein Bruder Jochen sowie der Bassist Dietmar Fuhr beweisen absolutes Verständnis für Thomas Ruckerts musikalische Vorhaben, entsprechend lässt das Interplay nie zu wünschen übrig Das Trio und insbesondere dessen Pianist, ohne Ansage aus dem musikalischen Nirgendwo erscheinend, beweist internationales Potenzial.

 

Autor TC

 

 

 

 

Nicht zu spät

 

Ein spätes Plattendebüt - umso mehr kann es überzeugen. Nicht, dass Thomas Rückert ein völlig unbeschriebenes Blatt wäre: Mit wechselnden Trios tritt der 31-jährige Kölner Pianist schon des Längeren auf. Das gegenwärtige, in dem er mit seinem jüngeren Bruder die Hauptachse bildet, formierte er, als dieser schon in New York Karriere machte. Dennoch ist dies keine Telefon-Band, sondern ein zusammengewachsenes Ensemble. Es mag überraschen, dass hier zur Hälfte Standards gespielt werden, doch Rückert verbindet das Interesse an harmonischer Entwicklung mit einer ganz eigenen spielerischen Präzision und einem eklektizistischen Zugang zur Tradition. klm

 

 

Interpretation  *****

 

Klang ****

 

 

 

 

Konzerte:

 

Badische Neueste Nachrichten/Karlsruhe

 

Rückert Trio: Faszinierender Minimalismus

 

 

Seit ein paar Jahren gehört dem Heer der Jazz-Pianisten ein neuer Name an. Der Kölner Thomas Rückert, Bruder des bekannteren Schlagzeugers Jochen Rückert, hat gerade seine neue CD ,,Blue In Green" vorgelegt und war nun zum wiederholten Mal zu Gast im Jazzclub. Zu seinem neuen Trio gehören jetzt Robert Landfermann am Kontrabass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug.

 

Rückert, der teilweise in New York lebt, kann schon Kooperationen mit Lee Konitz, Mark Murphy oder Adam Nussbaum vorweisen. Mit seiner neuen Band präsentierte der Pianist wieder eine spannende Mischung aus Standards, die bei Rückert immer einen Tick anders klingen, und Eigenkompositionen. Zu diesen gehörten auch ,,Perpetuum" und "On And On", mit denen Rückert sich auf faszinierende Weise auf dem Feld der minimalistischen Reduktion erprobt. Aus Miles Davis' "Nardis" wird bei Rückert, rückwärts gelesen, "Sidran" und ein barock anmutendes Thema, das im weiteren Verlauf enorm an Swing gewinnt. Voller Selbstironie steckt "Fazialisparese", auf Deutsch "halbseitige Gesichstlähmung", eine Krankheit, die Rückert vor einigen Jahren vorübergehend hatte. Zu allem Übel verlor er auf der Seite, auf der er noch kauen konnte, auch noch eine Plombe. Dieses Stück zwölltönerisch anzulegen, schien ihm da die passendste Kompositionsmethode zu sein.

 

Ob wohlklingende Balladen oder harter Drive - immer begleiten Landfermann und Burgwinkel stilsicher, einfühlsam und druckvoll. Letzterem, der noch an der Musikhochschule in Köln studiert, scheint dort der Rausschmiss zu drohen, da er ob seiner Qualität schon zu viele Jobs als Sideman hat. Dem Publikum dieses reifen Trios kann man nur weitere Auftritte mit ihm wünschen, Burgwinkel selbst den erfolgreichen Abschluss seines Stu-

diums.

Peter Bastian

 

 

 

Neue Westfälische 6.12.07/Bielefeld

 

Jazz in Zwölftön-Technik


WDR-Jazzmeeting mit dem "Thomas Rücken Trio" und Claudio Puntin als GastsolistVON RAJNERSCHMIOT•

Bielefeld. Man wolle die Zuhörer nicht schonen, sagt Pianist Thomas Rückert in seiner ersten Ansage zum Publikum. Das von seinem Trio gerade gespielte Stück war eine Bearbeitung eines Jazzstandards nach Art der Zwölftonmusik. Und so sollte es im Verlauf des Abends weitergehen. Eigenkompositionen des Kölner Bandleaders werden als ,,Zwölftonballade" gesetzt, Miles-Davis-Titel rückwärts gelesen, bis zur Unkenntlichkeit umgekrempelt und somit zur klug arrangierten Eigenschöpfung.
Bemerkenswert, dass die akademische Fleißübung sich im Gruppenkontext verselbständigt: Stücke werden zu Tönen. Töne werden in einem gleichsam bildhauerischen Prozess weiterbearbeitet zu Klängen, in die sich derPianist genussvoll hineinlehnt. Töne werden im Zusammenspiel wieder zu Musik, die sich für den Jazzhörer zunächst zwar fremdartig anhört, aber mit der am Jazz geschulten Selbstverständlichkeit und dem rhythmischen Einfallsreichtum der Musiker sich letztlich wieder zu einem vertrauten Klangerlebnis entwickelt.
Einen wichtigen Beitrag dazu liefert der junge Schlagzeuger Jonas Burgwinkel, der einen kompakten, treibenden Rhythmus erzeugt, dabei gelegentlich wirbelt wie Jack dejohnette. Natürlich bedient er sich in diesem eher experimentellen Rahmen eines erweiterten Instrumentariums, ist an Gongs, Zimbeln und dem selten gespielten Metallmaßband zu hören.
Was bei vielen Bands als witziger Effekt wahrgenommen wird und den Fluss der Musik gefährdet, fügt sich hier ganz organisch ein. Ebenso Robert Landfermanns beidhändiges Rubbeln auf dem Griffbrett. Als Begleiter konzentriert sich der schlaksige Kontrabassist auf das unbedingt Notwendige.
Bei vom WDR betreuten und aufgezeichneten Konzerten heimischer Gruppen wird stets ein Gastsolist eingeführt. Diesen Part nimmt Claudio Puntin ein, Klarinettist aus der Schweiz, in dessen Spiel sich Expressivität, Ideenreichtum und saubere, geschmackvolle Artikulation vereint. Puntin kann markig röhren wie ein Hardbop-Saxophonist, erzeugt verblüffende Geräuschklänge auf seinem Mundstuck und reichert seine filigranen melodischen Läufe mit firrenden Glissandi an. Eins dieser wilden Soli setzt er gar auf der Nasenflöte fort.
Aufmerksame Radiozuhörer (Ausstrahlung als ,,WDR 3 Konzert" am 17. März 2008) werden sich öfters fragen, ob es wirklich ein Pianotrio plus Klarinette ist, was sie hören.

 

 

 

So klingt nervöse Wehmut

 

Das Thomas-Rückert-Trio in der Lila Eule

 

Von unserem Mitarbeiter Andre Hesel

 

Bremen, New York hier scheint sich derzeit ein vitaler Austausch junger Jazz-Musiker zu entwickeln. So ist der Auftritt des jungen Thomas-Rückert-Trios in der Lila Eule mehr als die Präsentation eines Debüt-Albums mit dem Titel Debut: Er dokumentiert auch die Verbindungen der Bremer Szene mit der ewigen Jazzquelle Big Apple. Der Kölner Pianist Thomas Rückert, der einige Zeit in New York lebte, wird bei uns nämlich demnächst häufiger zu hören sein: Als Mitglied im Quartett des Bremer Posaunisten Ed Kröger.

 

Über die Exil-Bremer Lars Gülcke und lgnaz Dinne (Altsaxofon) - der eine ist Krögers aktueller Bassist, der andere sein Sohn und häufiger Band-Gast - entstand der Kontakt zu Rückert. Der wiederum hat zwei junge Kollegen sin Gepäck, die aktuell zu den erfolgreichsten Aufsteigern der jungen New Yorker Jazz-Szene zahlen: den Kontrabassisten Matt Penman und den jüngeren Bruder, das deutsche Schlagzeugwunder Jochen Rückert. Der - fester Drummer im Trio des kürzlich solo in Bremen gastierenden US-Pianisten Marc Copland - zählt momentan zu den gefragtesten Schlagzeugem des US-amerikanischen Jazz. Eine Karriere vergleichbar mit der des Bassisten Penman.

 

Kein Wunder, wenn der Jazz dieses Trios klingt, als würde es seit Jahren zusammenspielen. Wenigen Standards wie der zur nervösen Uptempo-Nummer umarrangierte Van-Heusen-Titel Like Someone in Love stehen Stücke des Pianisten gegenüber. Und die zeigen einen kreativen Jazz-Komponisten, der von einer überaus kraftvollen und flüssigen Technik profitiert und auch Zug zur zeitgenössischen Musik offenbart, Auffällig ist Rückerts sensationelles Timing und sein Feeling für komplexe, vertrackte Rhythmik, in der er es mit sichtbarer Lockerheit schafft, stets zu swingen.In seinen Improvisationen zeigt Rückert einen hintergründigen Gestaltungswillen, der schon optisch einem Forscher über dem Mikroskop ähnelt.

 

Da beugt sich der Pianist bisweilen so stark über das Klavier, dass die Nase fast die Tasten berührt und prüft auf kleinstem Raum harmonische Details, um dann immer stärker eine fast überschwängliche Breite zu suchen - die Harmonien wie einen Teig auszuwalzen. Dazu kommt ein unkonventioneller und experimentierfreudiger, aber durchaus lyrischer Umgang mit Melodien, der den Kompositionen Rückerts gleichzeitig etwas Treibendes, kontrolliert Kühles und Melancholisches verleiht - eine nervöse Wehmut.

 

Im Zusammenspiel mit seinen "Begleitern" ergibt sich ein überaus harmonisches Klangbild. Penman, der über eine furiose Technik und spektakuläre Spielweise verfügt, kultiviert dennoch einen melodisch und rhythmisch emanzipierten Kontrabass mit schönem, rundem Ton. Jochen Rückert ist ein explosiver, herausfordernder Drummer, der kraftvolle perkussive Akzente setzt, insgesamt aber behutsam, sehr locker und mit sagenhaftem Gespür für die richtige Dynamik agiert.

 

Zuletzt steigt der Bremen-New-Yorker Ignaz Dinné ein und lässt mit seinem durchdringenden, erkundenden Spiel und dem lyrisch kraftvollen Ton seines Altsaxofons aufhorchen.

 

I

 

 

Mindener Tageblatt

 

Filigrane Spurensuche auf der Tastatur

 

Thomas Rückert Trio im Jazz Club / Moderne Klangbilder mit komplexen Strukturen

 

 

Der Pianist Thomas Rückert im Jazz Club.Foto: Rickert

 

 

Von Kerstin Rickert

 

 

Minden (kr). Zum ersten Konzert des Jahres im Jazz Club Minden war

am Samstagabend das Thomas Rückert Trio zu Gast.

Pianist Thomas Rückert hat für sein jüngst veröffentlichtes Debüt-

Album beste Kritiken bekommen. Gemeinsam mit seinem in der Jazz-

Szene viel bekannterem Bruder Jochen Rückert am Schlagzeug und

dem Bassisten Matt Penman aus New York stellt er es den Zuhörern im

Jazz Club vor.

Neben einigen wenigen Jazz- Standards in neuen Arrangements

wurden dem Publikum Stücke des Pianisten geboten, deren moderne

Klangbilder komplexe, bisweilen auch vertrackte Strukturen erkennen

ließen. Die Suche nach Neuem scheint bei Rückert eng mit dem Wissen

um die Tradition verbunden. Seine Kompositionen gleichen einer

filigranen Spurensuche auf der Tastatur. Nicht selten beugt sich der

Pianist so dicht über die schwarz-weißen Tasten seines Instruments, als suche er mit der Lupe nach der richtigen Interpretation, die sich dann aus gut hörbaren winzigen Details zusammengesetzt entwickelt.

 

 

Bis auf wenige Ausnahmen schwingt Melancholie in seinen Stücken mit, sein Klavierspiel zeigt eine gewisse intellektuelle Kühle, die flüssig gespielten Tonfolgen allesamt mit Bedacht ausgewählt.

 

 

Unterstützung erfährt der Pianist von seinen beiden ausgezeichneten Begleitern, mit denen im gut aufeinander abgestimmten Zusammenspiel ein harmonisches Klangbild entsteht. Sowohl der technisch ausgezeichnete Bassist Matt Penman als auch Bruder Jochen Rückert am Schlagzeug bestechen durch ein besonders präzises Timing und Gefühl für Rückerts musikalische Zielsetzung. Dabei werden behutsam und mit dynamischem Gespür Akzente gesetzt.

 

 

Insgesamt ein Konzert auf hohem künstlerischen Niveau, das allerdings einiges Hineindenken in Rückerts musikalisches Konzept vom Zuhörer verlangte. Nicht jeder schien dazu bereit, wie die manchmal etwas zu lautstark geführten Unterhaltungen einiger Gäste vermuten ließen.