Erschienen bei Pirouet records
The ticket 2007 / Irland
Ray Comiskey
THOMAS RÜCKERT
Blue In Green
Pirouet *****
Pianist Thomas
Rückert's second CD for Pirouet unites him with bassist Matthias Pichler and drummer
Jochen Rückert for a marvellous example of trio playing. While the piano is the
principal voice - and six originals are by the pianist - it's not at the
expense of the trio's discourse, even while the piano shapes the moods and
colours of that dialogue. Thus they can handle the intricacies of the pianist's
fascinating recasting of the basics of Nardis into a delightful original,
Sidran, yet keep the focus clear, logical and lyrical. But they can also take
the simplest of motifs, as in Rückert's gorgeous Perpetuum, and build an
absorbing performance with equal authority. Old Devil Moon, I Should Care and
the title track show the alchemy the leader can bring to bear on more familiar
material. Lovely. www.pirouetrecords.com
The ticket 2007
Music Boom/Italy 2007
Blue In Green Pirouet
Records 2006 (Germania) [jazz strumentale)
La Piroaet Records ha adesso
un proprio studio a Monaco di Baviera e la nuova produzione con il trio del
pianista Thomas Ruckert è
stata colta nella sua
ricchezza di colori ed atmosfere in modo preciso dal tecnico del suono Jason
Seizer, altrove conosciuto anche come sensibile sassofonista. Insieme a tre
standards, fra cui quello del titolo reso famoso da Miles Davis e Bill Evans,
ci sono le composizioni del pianista tedesco, bravo ad andare in profondità
nella ricerca di armonie e interazioni nuove insieme ai suoi due sidemen, il
giovane e talentoso contrabbassista Matthias Pichler ed il fratello batterista
Jochen Ruckert, che attualmente è residente a New York.
Il brano di apertura e 'Old
Devil Moon', che molti riconosceranno subito vista I inaspettatata notorietà
che lamie Cullum gli ha apportato anche tra il grosso pubblico, ma qui
presentato in versione più complessa, con un ritmo di 7/4 a rendere il tutto
più vivace. Poi però i tre si immergono in atmosfere più vellutate, quasi
misteriose, con 'Sidran', che è I anagramma del famoso 'Nardis' di Miles, e la
meravigliosa ballad "Perpetuum", piena di sfumature e di colori
soffusi. E si continua fino a "Blue In Green', ridata in una versione in
cui le armonie galleggiano indefinite dando un insolita bellezza all insieme.
Il trio di Thomas Ruckert si
distanzia abbastanza da quelli che sono i modelli attuali riguardo questa
formazione: la loro originalità, la ricchezza di conenuti e la capacità di
trasformare gli standards loro affidatigli con profondità di espressione
armonica sono delle qualità che li pongono sotto i riflettori dei colleghi, non
solo in Europa.
Trio pianistico con una
ricca profusione di colori Questo disco è stato votato da O lettori
Nicht, wie so manches aktuelle Klaviertrio, an der Songqualität von Rock und Pop, sondern am Spiel mit Klangfarben und Harmonien in der Traditionslinie des Bill Evans Trio orientiert sich der Kölner Pianist Thomas Rückert in seinem Dreier, u. a. mit Bruder Jochen. Ähnlich wie das Titelstück "Blue in Green" ist ein weiterer Jazz-Klassiker in besonderer Weise sowohl mit Evans wie mit Miles Dayis verbunden, nämlich "Nardis", und mit "Sidran", einem seiner bemerkenswerten Originals, spielt Rückert darauf an. Die musikalischen Referenzen sind subtiler, aber, stets präsent. Unter Rückerts Händen differenziert sich das Farbspiel weiter aus, und nicht zuletzt das intime Zusammenspiel mit seinem Bruder und dem Tiroler Bassisten Matthias Pichler trägt dazu bei. kim
Musik *****
Klang *****
Jazzthing Februar/März 2007
Die Rückert-Brüder Thomas
und Jochen sind eine Art gut gehütetes Geheimnis der Jazz-Szene. Während sie
als bewährte Sidemen in unzähligen Formationen zu hören waren und sind, treten
sie als Leader relativ selten in Erscheinung, und vielleicht kommt ihren Namen
deshalb noch nicht der Klang zu, der ihnen eigentlich gebührt. Zusammen mit dem
jungen Bassisten Matthias Pichler, bekannt aus der Band von Wolfgang Muthspiel,
beleuchten sie hier die Kunst des PianoTrios. Dafür hat Pianist Thomas eine
Hand voll eigener Kompositionen mit drei sorgfältig ausgesuchten Standards
kombiniert - darunter natürlich der berühmte Titel-Track, für den Miles Davis
und Bill Evans die Autorenschaft beansprucht haben. Miles Davis spielt auch in
der Rückert-Nummer „Sidran", einer Art Umkehrung von Davis' 'Nardis', eine
Rolle, auf der Jochen Rückert am Schlagzeug mit gut versteckter rhythmischer
Vertracktheit das Understatement pflegt. Die Erkundung feinster Farbschattierungen
sind die Spezialität dieses Trios und es bleibt zu wünschen, dass dies diesmal
auch ein größeres Publikum zur Kenntnis nimmt rt
Jazzpodium April 2007
Blue In Green" ist der Titel von Thomas Rückerts neuer CD. Gemeint sind
Farben und unterschiedliche Stimmungen, die ineinander spielen, die sich
übereinander blenden. Sie ergeben neue Farben, Klangfarben, die der Kölner
Pianist mit seinem Trio erzeugt. Dies geschieht mit den Klassikern Blue in
green" oder mit Nardis", dem umgekehrten Miles–DavisTitel, die
weitergedacht werden und in schwebenden, zarten Harmonien ausklingen. Ansonsten
dominieren Eigenkompositionen, die oftmals minimalistisch ausgekostet werden.
Die feine Ballade Perpetuum" etwa baut auf nur vier Melodie‑ und
drei Basstönen auf, die immer wieder neu variiert werden. Weit ist das Spektrum
dieses famosen Trios. Unterstützt von Bruder Jochen am Schlagzeug, der vom
federnden, sensiblen Swing bis zur treibenden Dynamik alles beherrscht, und von
Matthias Pichler am Bass, ringt ihm Thomas Rückert immer wieder neue, farbige
Facetten ab.
Reiner Kobe
Jazzthetik
April 2007
****
Der
Pianist Thomas Rückert ist kein neues Gesicht bei der Plattenfirma Pirouet
Schon seine letzte Trio-CD Dust of Doubt erschien bei dem Münchener Label. Auch
für Blue in Green hat er sich seinen Bruder Jochen ans Drumset geholt Am Bass
ist diesmal Matthias Pichler, der erst 24-jährig nor zwei Jahren den
Hans-Koller-Preis in Empfang nehmen durfte. Neun Stücke, darunter sechs
Eigenkompositionen, stellt der Kölner Pianist vor. Oder besser: lKlangfarben -
darum geht es nicht nur im Titelstück non Miles Davis/Bill Evans, sondern auch
in der Spielweise des Trios generell. Es wird skizziert, schattiert,
schraffiert, es werden Farbflächen gezeichnet, die in andere Flächen
überlaufen, wobei wieder neue Farbtöne entstehen. Der Bass tupft seine Noten
mal in die Grundierung, mal in die flirrenden Klangfarben des Interplays der
beiden Rückert-Brüder. Das Sparsame des Notenmaterials kommt dieser Art Spiel
entgegen, eröffnet große Möglichkeiten. Mal besteht ein Motiv nur aus vier
Noten oder drei gehauchten Bassnoten. Vor allem schafft es dasTrio, Noten mit
Pausen aufzuwiegen. Wo geschwätziges Notenperlen zu hören sein könnte, werden
die Statements durch Space betont Das Triokonzept von Thomas Rückert- auch Dank
seiner fabelhaftes Mitstreiter - ist weitergereift.
Angela
Ballhorn
Erschienen
bei Pirouet records
Music
Boom / Italy 2005
Polvere
di dubbio di Cosimo Parisi
Bello
questo trio del pianista tedesco Thomas RUckert, insieme a Matt Penman al
contrabbasso e Jochen Rúckert alla batteria, e bello il titolo, che induce alla
riflessione sul ruolo di questo tipo di formazione nel jazz contemporaneo.
I
gruppi famosi come quelli di Keith )arrett e Brad Meldau spopolano ai festival
e sono di conseguenza conosciuti dai più, ma dietro le quinte la creatività
delle giovani leve fornisce prove valide che si interrogano su determinati
meccanismi inerenti alla dinamica del trio, sugli standards, sui modelli che
vanno per la maggiore.
Il
trio di Rúckert fa una musica di tipo europeo senza essere sdolcinata, con un
ottimo uso della mano sinistra ed un ritmo abbastanza preciso. Le sue idee
musicali a volte si sviluppano in modo liquido, con un romanticismo greve a
permeare le sue atmosfere, ma anche con precise linee di basso della mano
sinistra e l 'interplay con i due ritmi intorno ad un centro di gravità
armonico. Le sue composizioni sono molto varie, ma pure "I Let a Song Out
of my Heart" di Duke Ellington e "Milestones" di Miles Davis
trovano spazio in scaletta, trattate - ed è ovvio - con originalità.
La
musica di Rúckert merita un ripetuto ascolto, specie chi ha imparato ad
apprezzare le recenti opere in trio di Franco D'Andrea
ne
rimarrà entusiasto. Il pianista meranese è un caposcuola del jazz europeo e
opere come queste sottolineano l'influenza da lui avuta su alcuni dei pianisti
più giovani del vecchio continente.
Il
brano finale è quello che dà il titolo all'album. A Rúckert restano dei dubbi,
frantumati in polvere, ma agli ascoltatori la certezza
della
bravura ed ispirazione di un artista abbastanza completo sia dal punto di vista
esecutivo che compositivo
I
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Jazzzeitung
* ** * *
Das Trio aus den Brüdern
Thomas, p, und Jochen Rückert, dr, sowie Matt Penman, b, bietet vor allem
Eigenkompositionen des Leaders. Der setzt sich beweglich und intelligent mit
Klassikern des Jazz auseinander, "On A Clear Day" oder "I Let A
Song Go Out Of My Heart", jedoch auch mit Klassikern der Moderne wie
Arnold Schönberg, Bela Bartók oder Arvo Pärt. Die skeptische Nachdenklichkeit
in "Dust of Doubt" begegnet dem ,,Bonsai Killer' einem Stück, das
Rückert seinen gescheiterten Versuchen als Züchter der japanischen Bäumchen
widmet: "Ich hab sehr viel Arbeit darauf verwendet, dass es auf eine
besondere Weise schräg klingt." In unangestrengtem dichtem Spielfluss
grüßen Thelonious Monks Eigensinn und Arnold Schönbergs Zwölftonreihen.
Letztere verfremden dann auch "The Masquerade is Over "zu einer
"Strange Masquerade", deren musikalische Freimütigkeit jede Angst vor
der Dodekaphonie und ihren chromatischen Skalen vergessen lässt.
Dr. Tobias Böcker -
Jazzzeitung Februar 2005
Jazzthing
Buddeln und gucken
Auf den Knien gurrt
Sohnemann Luis, gerade einmal vier Monate alt, zufrieden vor sich hin.
"Luis - ohne 0!" Thomas Rückert muss das einfach hinzufügen, um nicht
in den Verdacht zu geraten, er hätte womöglich einem großen Jazzidol ein
Namensbäumchen gepflanzt. Nicht Louis, Sonny oder Oscar, wie dies
wahrscheinlich ein geschichtsbewusster Wynton Marsalis längst geflissentlich
vorexerziert hätte. "Obwohl ich den Peterson wirklich gerne höre, der
macht tolle Sachen. Aber das ist nicht der Weg, den das Jazzklavier gehen
sollte."
Welchen Weg dann? Während
Luis ohne o jetzt mit einem Mal ganz andächtig schweigt, erzählt dessen Papa
von Marc Copland, dem amerikanischen Pianisten, der mit seinem Bruder, dem
Schlagzeuger Jochen Rückert, zusammenarbeitet. "Den hab' ich vor kurzem
mal gesehen, und plötzlich ist mir ein Licht aufgegangen, wie viele
Klavierspieler sich doch in den Vordergrund drängeln, während solch einer, der
ständig neue Farben anrührt und sich wirklich traut, etwas anderes zu machen,
immer noch auf seinen Durchbruch wartet." Der 34jährige Kölner spürt eine
Art Seelenverwandtschaft: ebenso Pianist, ebenso nachdenklich und ebenso
abseits des Mainstreams. Das mit dem Durchbruch könnte aber noch klappen, weil
Rückert seine Debüt-CD "Dust Of Doubt" (mit Bruder Jochen und dem
Bassisten Matt Penman) bei dem ambitionierten Münchner Label Pirouet (H'Art
Musikvertrieb) herausgebracht hat. "Ein Glücksfall", urteilt Thomas.
"Die verhalten sich in diesen kruden Zeiten sehr fair." Denn
Plattenfirmen, das weiß Thomas Rückert, mögen normalerweise nicht, wie ein
Thomas Rückert spielt: durchdacht, voller harmonisch komplexer Gebäude, gegen
den Strich gebürstet und gar nicht krude. "Ich versuche Material zu
finden, das lebt!"
Zum Beispiel Arnold
Schönberg und seine Zwölftonmusik, den er in die Welt des Jazz hievt, obwohl
der sich zu Lebzeiten stets dagegen wehrte. ',Bonsai Killer" und
"Strange Masquerade" hat Rückert nach Schönbergs striktem Zählschema
strukturiert, es dann aber bei zwölf aufgegeben. "Das wirkte irgendwie
hölzern, akademisch. Also spiele ich freier darüber. Was bleibt, ist diese
Schönberg-Farbe." Ja, das Frei-Spielen. Darüber hat er auch nachgedacht.
"Das war so eine Sache in den 70er- und 80er-Jahren. Jetzt aber muss sich
das Jazzklavier wieder verstarkt mit Struktur beschäftigen." Eine Art
Gegenwelle, wie Thomas Rückert findet. Und eine Verantwortung, in der er sich
sieht. "Man muss weiter buddeln und gucken, wo was verborgen liegt. Ich
sage nicht: Scheiß drauf, und spiel einfach drauf los!"
In dem Moment gurrt Luis
ohne o wieder ganz zufrieden. Hat Papa gut erklärt, warum er eben anders ist
als alle anderen Klavier spielenden Papas.
Jazzthing, Februar-März 2005
Jazzpodium
Eines der großen Probleme
der Musikproduktionen der Gegenwart besteht darin, dass sich oft der Eindruck
aufdrängt, dass viel zu viele Aufnahmen produziert wurden und dabei junge
Talente oft zu früh mit Ihren Erzeugnissen auf den Markt gehen. Thomas Rückert
gehört auf keinen Fall zu dieser Gruppe. Nach ohnehin spätem Start, Studium und
New YorkAufenthalt lebt er in Köln, wo er bei dem neuen Münchener Label Pirouet
nach "Debut" (JHM Records) sein zweites Trio-Album vorlegt. Gleich
mit dem ersten Einstieg mit seiner Eigenkomposition, dem temporeichen
"Bonsaikiller" erlebt man, dass das Warten sich gelohnt hat. Ganz
offensichtlich hat Rückert bei seinem Weg durch den Dschungel der musikalischen
Einflüsse sein Profil gefunden. Zunächst besticht er durch eine ganz besondere
Leichtigkeit, der sich Poesie, schwergewichtige Bilder und auch rhythmische
Akzente unterordnen. Und all das ist reichlich vorhanden. Selten erlebt man
einen jungen Pianisten, der auf diese virtuose Weise unaufhörlich Akzente
setzt, sei es mit den Standards, die für ihn offensichtlich unverzichtbare
Bestandteile seiner Musik sind oder mit eigenen Kompositionen, deren Anteil und
Gewicht erhebilch zuge-nommen haben, ihn als ideenreichen Komponisten mit Witz
und Geschmack ausweisen. Nicht entgehen lassen darf man sich seinen
respektvollen wie geistreichen und bisweilen zerlegenden Umgang mit Miles Davis
"Milestones" oder Ellingtons rhythmisch auf den Kopf gestelltes
"I let a song out of my heart" oder schließlich eine Nachdichtung von
"The masquerade is over" mit dem Abwandlungstitel "Strange
Masquerade". Kein Zufall ist es, dass er mit seinem Bruder Jochen am
Schlagzeug, ohnehin einer der unbestritten jungen Großen des Fachs, und Matt
Penman am Bass ein ideales Trio gefunden hat. Eine perfektere intuitive
Kommunikation kann man sich kaum vorsteilen, wobei die beiden Partner sich auch
als Meister ihrer Instrumente erweisen. Sollten Titel und Titelsong "Dust
Of Doubt" irgendeine Form von Selbstzweifel andeuten, so wären sie bei
Thomas Rückert und seinem neuen Werk völlg unangebracht!
Hans-Jürgen von Osterhausen
- Jazzpodium Februar 2005
Debut
Erschienen bei JHM records
Jazzthing
Thomas Rückert Trio Debut
(JHM/sunny moon)
All or nothing at all -
die totale Freiheit oder doch lieber das unbedingte Festhalten an der Tradition?
Bei Debut-Alben ist das gewöhnlich die Gretchenfrage. Es gibt aber auch einen
gangbaren Weg zwischen den Extremen, es ist nur etwas schwerer, ihn zu finden.
Der 31-jährige Pianist Thomas Rückert hat ihn mit „Debut" zielsicher
betreten. Man muss nur hören, wie er zusammen mit seinem jüngeren Bruder, dem
Sehlagzeugwunderkind Jochen, und dem Bassisten Dietmar Fuhr "All Or
Nothing At All" interpretiert. Das Thema: reharmonisiert, aber nicht
zerstört. Das Klavier-Solo: verwirrend wie die Choreografie eines
Ameisenheeres, aber gestochen scharf und luzide. Die Rhythmusgruppe: dem Groove
kleine Stöckchen zwischen die Beine werfend, aber wie Hölle swingend. Nicht
nur, dass die Standardbearbeitungen auf „Debut" alle von diesem
Wahnsinns-Niveau sind - es gibt zudem noch traumhafte Eigenkompositionen, die
mal als explizite Hommage an Arvo Pärt, mal als implizite Verbeugung vor Evans,
Jarrett + Co daherkommen. Was für ein Einstand! Joe
Jazz´n more / Schweiz
Es
macht immer wieder Spass, wenn man von echten Entdeckungen reden, vielleicht
sogar schwärmen kann. Und wenn das auf dem eigentlich vollbesetzten Sektor modernen tonalen Jazzpianos
passiert, ist die Überraschung umso grösser. Die Rede ist vom 31 jährigen Kölner
Pianisten Thomas Rückert auf seiner vorliegenden Debüt CD, hervorragend
assistiert von Bassist Dietmar Fuhr und dem in New Yoik lebenden Bruder des
Pianisten. Jochen Rückert - bekannter junger Drummer der europäischen Jazzene.
z.B. in den Guppen von Nils Wogram oder im Marc Copland-Trio. Zwar gastiert
Thomas Ruckert schon seit einiger Zeit in deutschen Clubs, bei Festivals und in
Rundfunkstudios, bei uns ist er aber noch ein unbeschriebenes Blatt. Sehr
beeindruckend ist, wie individuell und uberzeugend er mit Melodik. Rhythmik und
Drive, aber auch mil Fcirmalern umgeht, wie er Lynsches emnseizt. wie er
Eigenkompositionen und Slawtasds einen ganz eigenen Stempel auldiücki. auch
wenn man ruitürlich unvermeidbare Verb.ndungshnien etwa zu 8111 Evans. Herbic
Hancock ode Keith Jarrell aufspüren kann, wenn man wit Bemerkenswert ist zudem
sein stets Immanentes. umlassendes Verständnis kit die Tradition im Jan und
deren mögliche Erweimwunq', wie Plattenproduzent und Pianokollege Joe I-Iaider
unterstreicht
(iwcwjhrnrecordsch}
ja
Jazzpodium
Das Repertoire des Thomas
Rückert Trio ist gewählt, wie man es von einem anspruchsvollen Debüt auch
erwartet: Fünf Eigenkompositionen, eingebettet in einen Reigen bekannter
Standardmelodien. Dabei könnte der junge Pianist auf diese historische
Schützenhilfe locker verzichten. Seine tonsetzerischen Fähigkeiten besitzen
genug emotionale Tiefe und handwerkliche Qualität, um ein ganzes Album mit
eigenen Titeln erfolgreich zu füllen. Doch gleichzeitig bieten die Coltraneoder
Strayhorn-Interpretationen die Möglichkeit, das eigene Geschichtsverständnis in
Sachen Jazz vergleichend, ohne jede nostalgische Sentimentalität zu
deklamieren. Auch hier wirkt der Pianist in seinem unprätentiösen, federnden
Spiel im positiven Sinn originell. Als scherte sich der "Debütant"
nicht die Bohne um das für so manchen erdrückende Gewicht großer Namen, fließen
seine komplexen, ideenreichen Improvisationen federleicht durch den Ather.
Dabei schwingt eine gewaltige Prise klassischer Erfahrung frei durch den Raum,
natürlich Evans und Jarrett und jede Menge Monk. Aber das sind zum Glück nur
sehr vage Assoziationen. Denn Thomas Rückerts Spiel lebt in aller erster Linie
von seiner ganz individuellen Handschrift, die einen fast lässigen Charme
besitzt und gleichwohl vor innerer Intensität zu bersten scheint. Obwohl ein
Erstling, ist sein "Debut" keine pianistische Nabelschau, sondern in
Zusammenarbeit mit Bassist Dietmar Fuhr und Bruder Jochen Rückert am
Schlagzeug, ein faszinierendes Stück Jazz, gespielt wie aus einem Guss.
Jörg Konrad
Swissdisc.ch
Der Pianist Thomas Rückert (31), bislang der Jazz interessierten
Gemeinde völlig unbekannt, zeigt sich mit diesem, seinem allerersten Album als
äusserst wertvolle Bereicherung der Szene Ganz abgesehen von allen notwendigen,
bei einem erstklassigen Jazzpianisten vorauszusetzenden Eigenschaften, wie die
absolute Beherrschung des Instruments, umfassendes Verständnis für die
Tradition im Jazz und deren mögliche Erweiterung, sicheres Zeit‑ und
Rhythmusgefühl sowie Sinn für Melodik, beweist Rückert weit gespanntes
musikalisches Interesse Er verfugt über die Gabe, seine musikalischen Ideen
sowohl instrumental aber als auch kompositorisch mit grosser Intensität und
ausgeprägtem Formgefühl dem Hörer nahe zu bringen. Seine innere Energie ist
Antrieb für eine überzeugende bewundernswert flüssige Technik. Rückert befindet
sich auf guten Wegen zum Ausnahmesolisten, melodisch unkonventionell, bei
Bedarf ausgesprochen lyrisch ‑ aber durchwegs intensiv swingend.
Patenschaften von Hancock, Evans und Jarrett blitzen hier und da auf,
funktionieren aber eher als musikalische Leitplanken für die Stilistik des
Pianisten, der dabei ist, sein eigenständiges musikalisches Konzept zu
erarbeiten.
Seine Triopartner, insbesondere sein Bruder Jochen sowie der Bassist
Dietmar Fuhr beweisen absolutes Verständnis für Thomas Ruckerts musikalische
Vorhaben, entsprechend lässt das Interplay nie zu wünschen übrig Das Trio und
insbesondere dessen Pianist, ohne Ansage aus dem musikalischen Nirgendwo
erscheinend, beweist internationales Potenzial.
Autor TC
Nicht zu spät
Ein spätes Plattendebüt -
umso mehr kann es überzeugen. Nicht, dass Thomas Rückert ein völlig
unbeschriebenes Blatt wäre: Mit wechselnden Trios tritt der 31-jährige Kölner
Pianist schon des Längeren auf. Das gegenwärtige, in dem er mit seinem jüngeren
Bruder die Hauptachse bildet, formierte er, als dieser schon in New York
Karriere machte. Dennoch ist dies keine Telefon-Band, sondern ein
zusammengewachsenes Ensemble. Es mag überraschen, dass hier zur Hälfte
Standards gespielt werden, doch Rückert verbindet das Interesse an harmonischer
Entwicklung mit einer ganz eigenen spielerischen Präzision und einem
eklektizistischen Zugang zur Tradition. klm
Interpretation *****
Klang ****
Konzerte:
Badische Neueste
Nachrichten/Karlsruhe
Rückert Trio: Faszinierender
Minimalismus
Seit ein paar Jahren gehört
dem Heer der Jazz-Pianisten ein neuer Name an. Der Kölner Thomas Rückert,
Bruder des bekannteren Schlagzeugers Jochen Rückert, hat gerade seine neue CD
,,Blue In Green" vorgelegt und war nun zum wiederholten Mal zu Gast im
Jazzclub. Zu seinem neuen Trio gehören jetzt Robert Landfermann am Kontrabass
und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug.
Rückert, der teilweise in
New York lebt, kann schon Kooperationen mit Lee Konitz, Mark Murphy oder Adam
Nussbaum vorweisen. Mit seiner neuen Band präsentierte der Pianist wieder eine
spannende Mischung aus Standards, die bei Rückert immer einen Tick anders
klingen, und Eigenkompositionen. Zu diesen gehörten auch ,,Perpetuum" und "On
And On", mit denen Rückert sich auf faszinierende Weise auf dem Feld der
minimalistischen Reduktion erprobt. Aus Miles Davis' "Nardis" wird
bei Rückert, rückwärts gelesen, "Sidran" und ein barock anmutendes
Thema, das im weiteren Verlauf enorm an Swing gewinnt. Voller Selbstironie
steckt "Fazialisparese", auf Deutsch "halbseitige
Gesichstlähmung", eine Krankheit, die Rückert vor einigen Jahren
vorübergehend hatte. Zu allem Übel verlor er auf der Seite, auf der er noch
kauen konnte, auch noch eine Plombe. Dieses Stück zwölltönerisch anzulegen,
schien ihm da die passendste Kompositionsmethode zu sein.
Ob wohlklingende Balladen
oder harter Drive - immer begleiten Landfermann und Burgwinkel stilsicher,
einfühlsam und druckvoll. Letzterem, der noch an der Musikhochschule in Köln
studiert, scheint dort der Rausschmiss zu drohen, da er ob seiner Qualität
schon zu viele Jobs als Sideman hat. Dem Publikum dieses reifen Trios kann man
nur weitere Auftritte mit ihm wünschen, Burgwinkel selbst den erfolgreichen
Abschluss seines Stu-
diums.
Peter Bastian
WDR-Jazzmeeting mit dem "Thomas Rücken Trio" und Claudio Puntin
als GastsolistVON RAJNERSCHMIOT
Bemerkenswert, dass die akademische Fleißübung sich im Gruppenkontext
verselbständigt: Stücke werden zu Tönen. Töne werden in
einem gleichsam bildhauerischen Prozess weiterbearbeitet zu Klängen,
in die sich derPianist genussvoll hineinlehnt. Töne werden im Zusammenspiel
wieder zu Musik, die sich für den Jazzhörer zunächst zwar fremdartig
anhört, aber mit der am Jazz geschulten Selbstverständlichkeit und
dem rhythmischen Einfallsreichtum der Musiker sich letztlich wieder zu einem
vertrauten Klangerlebnis entwickelt.
Einen wichtigen Beitrag dazu liefert der junge Schlagzeuger Jonas Burgwinkel,
der einen kompakten, treibenden Rhythmus erzeugt, dabei gelegentlich wirbelt
wie Jack dejohnette. Natürlich bedient er sich in diesem eher experimentellen
Rahmen eines erweiterten Instrumentariums, ist an Gongs, Zimbeln und dem selten
gespielten Metallmaßband zu hören.
Was bei vielen Bands als witziger Effekt wahrgenommen wird und den Fluss der
Musik gefährdet, fügt sich hier ganz organisch ein. Ebenso Robert
Landfermanns beidhändiges Rubbeln auf dem Griffbrett. Als Begleiter konzentriert
sich der schlaksige Kontrabassist auf das unbedingt Notwendige.
Bei vom WDR betreuten und aufgezeichneten Konzerten heimischer Gruppen wird
stets ein Gastsolist eingeführt. Diesen Part nimmt Claudio Puntin ein,
Klarinettist aus der Schweiz, in dessen Spiel sich Expressivität, Ideenreichtum
und saubere, geschmackvolle Artikulation vereint. Puntin kann markig röhren
wie ein Hardbop-Saxophonist, erzeugt verblüffende Geräuschklänge
auf seinem Mundstuck und reichert seine filigranen melodischen Läufe
mit firrenden Glissandi an. Eins dieser wilden Soli setzt er gar auf der Nasenflöte
fort.
Aufmerksame Radiozuhörer (Ausstrahlung als ,,WDR 3 Konzert" am 17.
März 2008) werden sich öfters fragen, ob es wirklich ein Pianotrio
plus Klarinette ist, was sie hören.
So klingt nervöse Wehmut
Das Thomas-Rückert-Trio in
der Lila Eule
Von unserem Mitarbeiter
Andre Hesel
Bremen, New York hier
scheint sich derzeit ein vitaler Austausch junger Jazz-Musiker zu entwickeln.
So ist der Auftritt des jungen Thomas-Rückert-Trios in der Lila Eule mehr als
die Präsentation eines Debüt-Albums mit dem Titel Debut: Er dokumentiert auch
die Verbindungen der Bremer Szene mit der ewigen Jazzquelle Big Apple. Der
Kölner Pianist Thomas Rückert, der einige Zeit in New York lebte, wird bei uns
nämlich demnächst häufiger zu hören sein: Als Mitglied im Quartett des Bremer
Posaunisten Ed Kröger.
Über die Exil-Bremer Lars
Gülcke und lgnaz Dinne (Altsaxofon) - der eine ist Krögers aktueller Bassist,
der andere sein Sohn und häufiger Band-Gast - entstand der Kontakt zu Rückert.
Der wiederum hat zwei junge Kollegen sin Gepäck, die aktuell zu den
erfolgreichsten Aufsteigern der jungen New Yorker Jazz-Szene zahlen: den
Kontrabassisten Matt Penman und den jüngeren Bruder, das deutsche
Schlagzeugwunder Jochen Rückert. Der - fester Drummer im Trio des kürzlich solo
in Bremen gastierenden US-Pianisten Marc Copland - zählt momentan zu den
gefragtesten Schlagzeugem des US-amerikanischen Jazz. Eine Karriere
vergleichbar mit der des Bassisten Penman.
Kein Wunder, wenn der Jazz
dieses Trios klingt, als würde es seit Jahren zusammenspielen. Wenigen
Standards wie der zur nervösen Uptempo-Nummer umarrangierte Van-Heusen-Titel
Like Someone in Love stehen Stücke des Pianisten gegenüber. Und die zeigen
einen kreativen Jazz-Komponisten, der von einer überaus kraftvollen und
flüssigen Technik profitiert und auch Zug zur zeitgenössischen Musik offenbart,
Auffällig ist Rückerts sensationelles Timing und sein Feeling für komplexe,
vertrackte Rhythmik, in der er es mit sichtbarer Lockerheit schafft, stets zu
swingen.In seinen Improvisationen zeigt Rückert einen hintergründigen
Gestaltungswillen, der schon optisch einem Forscher über dem Mikroskop ähnelt.
Da beugt sich der Pianist
bisweilen so stark über das Klavier, dass die Nase fast die Tasten berührt und
prüft auf kleinstem Raum harmonische Details, um dann immer stärker eine fast
überschwängliche Breite zu suchen - die Harmonien wie einen Teig auszuwalzen.
Dazu kommt ein unkonventioneller und experimentierfreudiger, aber durchaus
lyrischer Umgang mit Melodien, der den Kompositionen Rückerts gleichzeitig
etwas Treibendes, kontrolliert Kühles und Melancholisches verleiht - eine
nervöse Wehmut.
Im Zusammenspiel mit seinen
"Begleitern" ergibt sich ein überaus harmonisches Klangbild. Penman,
der über eine furiose Technik und spektakuläre Spielweise verfügt, kultiviert
dennoch einen melodisch und rhythmisch emanzipierten Kontrabass mit schönem,
rundem Ton. Jochen Rückert ist ein explosiver, herausfordernder Drummer, der
kraftvolle perkussive Akzente setzt, insgesamt aber behutsam, sehr locker und
mit sagenhaftem Gespür für die richtige Dynamik agiert.
Zuletzt steigt der
Bremen-New-Yorker Ignaz Dinné ein und lässt mit seinem durchdringenden,
erkundenden Spiel und dem lyrisch kraftvollen Ton seines Altsaxofons
aufhorchen.
I
Mindener Tageblatt
Filigrane Spurensuche auf
der Tastatur
Thomas Rückert Trio im Jazz
Club / Moderne Klangbilder mit komplexen Strukturen
Der Pianist Thomas Rückert
im Jazz Club.Foto: Rickert
Von Kerstin Rickert
Minden (kr). Zum ersten
Konzert des Jahres im Jazz Club Minden war
am Samstagabend das Thomas
Rückert Trio zu Gast.
Pianist Thomas Rückert hat
für sein jüngst veröffentlichtes Debüt-
Album beste Kritiken
bekommen. Gemeinsam mit seinem in der Jazz-
Szene viel bekannterem
Bruder Jochen Rückert am Schlagzeug und
dem Bassisten Matt Penman
aus New York stellt er es den Zuhörern im
Jazz Club vor.
Neben einigen wenigen Jazz-
Standards in neuen Arrangements
wurden dem Publikum Stücke
des Pianisten geboten, deren moderne
Klangbilder komplexe,
bisweilen auch vertrackte Strukturen erkennen
ließen. Die Suche nach Neuem
scheint bei Rückert eng mit dem Wissen
um die Tradition verbunden. Seine
Kompositionen gleichen einer
filigranen Spurensuche auf
der Tastatur. Nicht selten beugt sich der
Pianist so dicht über die
schwarz-weißen Tasten seines Instruments, als suche er mit der Lupe nach der
richtigen Interpretation, die sich dann aus gut hörbaren winzigen Details
zusammengesetzt entwickelt.
Bis auf wenige Ausnahmen
schwingt Melancholie in seinen Stücken mit, sein Klavierspiel zeigt eine
gewisse intellektuelle Kühle, die flüssig gespielten Tonfolgen allesamt mit
Bedacht ausgewählt.
Unterstützung erfährt der
Pianist von seinen beiden ausgezeichneten Begleitern, mit denen im gut
aufeinander abgestimmten Zusammenspiel ein harmonisches Klangbild entsteht.
Sowohl der technisch ausgezeichnete Bassist Matt Penman als auch Bruder Jochen
Rückert am Schlagzeug bestechen durch ein besonders präzises Timing und Gefühl
für Rückerts musikalische Zielsetzung. Dabei werden behutsam und mit
dynamischem Gespür Akzente gesetzt.
Insgesamt ein Konzert auf
hohem künstlerischen Niveau, das allerdings einiges Hineindenken in Rückerts
musikalisches Konzept vom Zuhörer verlangte. Nicht jeder schien dazu bereit,
wie die manchmal etwas zu lautstark geführten Unterhaltungen einiger Gäste
vermuten ließen.